Wie gestern schon angekündigt, stelle ich euch heute den Amazon Kindle Fire HD mit 7″ Display vor. Das Tablet gibt es auch ohne HD mit 8GB internen Speicher für 159 Euro. Ich habe allerdings die HD Version, die es für 199 Euro mit 16GB und für 249 Euro mit 32 GB Speicher gibt. Meiner Meinung nach sollte man hier nicht sparen und sich die HD Version kaufen.

Inhalte die man direkt über Amazon kauft, werden übrigens in der Cloud gespeichert und müssen nicht unbedingt auf dem internen Speicher der Geräte geladen werden. Man hat direkt vom Kindle immer die Möglichkeit alles herunterzuladen. Wer auch Musik in der Amazon Cloud speichert, kann bis zu 250.000 Songs hochladen und sie somit auf dem Kindle streamen oder herunterladen. Das ist schon eine ganze Menge.

Trotz des günstigen Preises vom Kindle, sollte man zwei Kosten unbedingt noch mit einplanen

  1. Das PowerFast Ladegerät von Amazon. An normalen USB-Steckern will der Kindle einfach nicht ordentlich laden (dauert 13,5 Stunden) und im Lieferumfang ist kein Ladegerät enthalten (nur ein USB Kabel). Für 19,99 Euro kann man das Ladegerät nachkaufen. Mit dem richtigen Ladegerät dauert das komplette Aufladen dann nur noch 4 Stunden.
  2. Der Kindle zeigt standartmässig auf dem Sleep-Screen immer Werbung an. Amazon nennt das ganze „Spezialangebote“. Wer diese nervige Werbung nicht haben möchte, muss einmalig 15 Euro bezahlen.

Meiner Meinung nach sollte man diese beiden Optionen unbedingt mit einkalkulieren. Ein extra HDMI-Kabel um den Kindle am Fernseher anzuschließen, bekommt man außerdem auch noch, aber recht günstig (3m für ca. 7 Euro).

So kommen wir nun zum richtigen Test.

Hardware
Von außen macht das Gerät einen sehr robusten eindruckt. Es ist gut verarbeitet. Das Glas spiegelt minimal weniger als das vom iPad. Die Helligkeit und der Kontrast sind beim HD Display brillant. Videos und Bilder werden gestochen scharf angezeigt (1280 x 800). Zu der Akku Laufzeit kann ich noch nicht viel sagen, weil ich das Gerät erst kurze Zeit habe, aber auch der Akku macht einen ganz vernünftigen Eindruck. Ein kleines Manko sind die Tasten am Gehäuse. Der Ein/Ausschalter und die Lautstärke Tasten sind nicht so leicht zu finden, da sie keine Erhöhung haben. Ab und zu hat man das Gerät dann in der Hand und muss erst genau hinschauen, wo die Tasten sind. Der 1,2 GHz Dual-Core-Prozessor sorgt für ordentlich Power. Es sind zwei W-Lan Antennen integriert um einen besseren Empfang zu haben. Das kann man auch wirklich spüren. An Stellen wo mein iPhone keinen W-Lan Empfang mehr bekommt, hat der Kindle noch sehr guten Empfang. Vom Gewicht und der Größe her kann man das Gerät sehr gut in der Hand halten.

System
Der Kindle Fire basiert auf einem Android System. Amazon hat eine eigene Oberfläche für das System programmiert, sodass es nicht mehr wie die üblichen Android Systeme aussieht. Auf dem Startscreen hat man z.B. nicht die übliche Ansicht, sondern es gibt das sogenannte „Karusell“ in dem alle zuletzt geöffneten Inhalte angezeigt werden. Am unteren Display sieht man immer einen keinen Stern über dem aus man seine Favoriten erreicht um die Apps schneller zu öffnen. Die eigene Oberfläche von Amazon schränkt die User etwas ein, man kann nicht soviel Einstellen wie bei einer normalen Android Version, aber auf der anderen Seite muss man sagen, dass es für unerfahren Nutzer somit auch mehr Sicherheit bietet.

Lesen
Dafür ist der Kindle schließlich gemacht. Das Lesen von Büchern macht auf dem Gerät richtig Spaß. Wie üblich beim Kindle kann man Schriftarten, Größe, Kontrast, Hintergrund-Farbe usw. alles einzeln einstellen. Lesezeichen usw. können wie gewohnt gesetzt werden. Leider gibt es zur Zeit noch kein Wörterbuch. Bei den alten Kindle Geräten konnte man z.B. ein Englisch -> Deutsch oder Französisch -> Deutsch Wörterbuch installieren. Wenn man dann  ein Wort markiert hatte, wurde direkt die Deutsche Übersetzung angezeigt. Das geht beim Kindle Fire noch nicht. Ich hoffe, dass Amazon hier noch nachbessert, weil das Lesen in fremden Sprachen so mehr Spaß macht, wenn man nicht extra in einem Wörterbuch nachschlagen muss. Ich meine, bei englischen Büchern braucht man es eh selten, aber bei französischen war es mir immer sehr hilfreich.

Für mich war es außerdem noch wichtig, dass ich meine RSS-Feeds auf dem Gerät lesen kann, da ich sehr viele Blogs lese. Das klappt auf dem Gerät super. Ich benutze den Google Reader, der dank einer App auch auf dem Kindle synchronisiert werden kann.

E-Mails, Kalender, Twitter, Facebook und Co
Die meisten wollen wohl einfach in Facook rumsurfen oder Tweets per Twitter lesen und schreiben. Das geht mit dem Gerät hervorragend. Auch das E-Mail schreiben und Chatten ist kein Problem da die virtuelle Tastatur sehr schön ist und man sie gut mit beiden Händen bedienen kann.

Amazon App-Store
Über den Kindle kann man offiziell nur Apps aus dem eigenen App-Store von Amazon installieren. Das bietet Sicherheit, aber auf der anderen Seite hat Amazon leider noch nicht soviele Apps im Katalog. Hier muss Amazon auch unbedingt noch nachbessern. Wie ich aber schon hier berichtet habe, ist es möglich Apps von Dritt-Anbietern zu installieren und dann hat man eigentlich alles was man braucht.

Spiele
Es gibt schon sehr viele Spiele im App-Store und die liefen auch alle sehr flüssig ab. Obwohl ich auf dem Handy eigentlich kein großer Spiele-Fan bin, fand ich es auf dem Tablet recht lustig. „Angry Birds“ und „Tap The Frog HD“ sind zur Zeit meine Favoriten.

Multimedia
Der Kindle Fire HD kann Videos in HD Qualität anzeigen und sie per HDMI Kabel auch direkt an einem Fernseher wiedergeben.  Man kann eigenen Videos (.mp4 Format), Musik und Bilder auf das Gerät laden oder man benutzt den Streaming Dienst LoveFilm von Amazon. Die Anzeige von Bildern finde ich persönlich sehr schick. In der Vorschau werden die Bilder in verschieden große Rechtecke angezeigt. Sieht echt schick aus.

Surfen
Von Amazon gibt es einen eigenen Browser der „Silk“ heißt. Mir persönlich hat er nicht so gut gefallen, deswegen habe ich mir Chrome nachinstalliert. Der Silk ist schon okay, aber kam mir im Vergleich zum Chrome etwas langsamer vor. Bei komplexen Webseiten, muss der Kindle schon ab und zu etwas laden und beim Scrollen merkt man dann auch, dass seine Grafikbeschleunigung nicht top ist, aber es ist ausreichend. Wenn Amazon eines Tages auf Android 4.1 updatet sollte das auch besser werden, weil in 4.1 die Grafikbeschleunigung besser ist. Zur Zeit läuft es noch mit Android 4.0. Das Surfen macht aber trotzdem Spaß und ich hatte bis jetzt noch keine Probleme beim Anzeigen von Webseiten.

Fazit: Der gesamt Eindruck stimmt. Es ist ein schönes, schnelles und zuverlässiges Gerät. Wer ein Gerät nur zum Bücher lesen sucht, sollte vielleicht auf den „Kindle Paperwhite“ zurückgreifen, weil er leicht ist und der Akku länger hält. Wer ein sehr leistungsstarkes Tablet für Multimedia Anwendungen sucht, ist vielleicht mit der Konkurrenz besser bedient, muss dann aber auch deutlich mehr ausgeben. Wer ein Gerät zum Lesen, Surfen, Spielen und ein bisschen Videos Anschauen sucht, sollte mit dem Kindle Fire HD bestens beraten sein. Es ist nicht das Leistungsstärkste Tablet, aber die Gesamtmischung stimmt.

Gerade für Kinder und ältere Leute ist dieses Tablet wahrscheinlich sehr gut geeignet. Das Tablet macht seine Updates von alleine, man kann nicht so tief ins System eindringen und die Bedienoberfläche ist sehr simpel gehalten. Außerdem muss man bei dem Gerät nicht immer Angst haben, dass es runterfällt und dann gleich über 600 Euro futsch sind. 200 Euro sind zwar auch nicht günstig, aber besser verkraftbar.

Ich persönlich habe als kleines Gerät ein iPhone, da wollte ich nicht das gleiche noch ein paar Zoll größer als iPad Mini. Deswegen habe ich mich für den Kindle entschieden. Zum Lesen und Surfen und hin und wieder ein bisschen Spielen reicht er mir vollkommen aus. Für große Multimedia Sachen benutze ich weiterhin meinen PC.

Geschrieben von Backspin
Mein Name ist Sam. Ich schreibe seit 2006 mein eigenes Blog. Falls du Kommentare oder Feedback hinterlassen möchtest, mach das bitte per Twitter oder per E-Mail.