Category Archive: Computer & Technik

  1. Festplattenverschlüsselung mit TrueCrypt

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    Im Zeitalter der Überwachung sollte man mit seinen Daten sensibel umgehen und sie vor Zugriffen von Fremden schützen. Wie macht man das am besten? Ich nutze dazu das kostenlose Programm “Truecrypt“. Mit Truecrypt kann man sein ganzes System verschlüsselt, eine Partition oder einen Container. Die Vorgehensweise ist immer gleich. Wobei ich Anfängern nicht raten würde, direkt ihr System zu verschlüsseln. Wenn etwas schief geht, ist euer System danach kaputt. Übt also erst ein wenig mit externen Festplatten oder USB-Sticks. Falls ihr irgendwann doch euer System komplett verschlüsseln möchtet, solltet ihr wissen, dass durch die Verschlüsselung das System etwas langsamer wird. Klar, weil immer live ver- und entschlüsselt werden muss. Hier erkläre ich euch kurz wie man eine Partition verschlüsselt und sie anschließend mountet um Daten verschlüsselt abzuspeichern oder drauf zuzugreifen.

    Festplatte verschlüsseln

    1. Truecrypt herunterladen und ganz normal installieren
    2. Truecrypt starten und auf “Create Volume” gehen
    3. Da wir eine komplette Partition verschlüsselt wollen, aber nicht das System, klicken wir im nächsten Fenster auf “Encrypt a non-system partiotion/drive
      truecrypt_1
    4. Im nächsten Schritt wählen wir “Standard Truecrypt volume
    5. Als nächstes müssten wir über “Select Device” unsere Festplatte oder unseren USB-Stick auswählen, den wir verschlüsseln wollen. ACHTUGN: Wenn ihr hier eine falsche Platte oder Stick wählt, sind eure Daten weg! Bei Verschlüsseln werden alle Daten gelöscht. In meinem Beispiel wähle ich meinen 4GB USB-Stick.
      truecrypt_2
    6. Dann gehen wir auf “Create encrypted volume and format it
    7. Im nächsten Fenster können wir die Verschlüsselung auswählen. AES ist vom Prinzip schon sehr sicher. Wenn man es noch etwas sicherer haben möchte, wählt man AES + eine zweite Verschlüsselung (z.B. Twofish). Ihr könnt auch einen Benchmarktest machen lassen. Wie ihr dann seht, sind die sichersten (dreifach) Verschlüsselungen aber auch die langsamsten. Ich nehme deswegen meistens nur zwei.
      truecrypt_3
    8. Bei Volume Size klicken wir einfach weiter. Da wird komplett verschlüsseln.
    9. Bei Volume Password tragen wir jetzt unser Passwort ein, dass man später zum Mounten der Festplatte benötigt. Das Passwort sollte nicht zu kurz sein!
      truecrypt_4
    10. Im nächsten Schritt wählen wir als Filesystem “NTFS“. Und dann müssen wir die Maus im Fenster bewegen. Ich empfehle mindestens 1-2 Minuten lang! Dadurch verändert sich die Entropie. Der Computer generiert praktisch Zufallszahlen um die Verschlüsselung sicher zu machen. Niemand kann 2 Minuten lang genau die gleichen Mausbewegungen simulieren, die ihr hier macht.
    11. Am Ende klickt ihr auf “Format” und die Verschlüsselung beginnt. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen!

    Verschlüsselte Festplatten mounten

    So jetzt nehmen wir an ihr habt eine Festplatte, die verschlüsselt ist und möchtet Daten lesen oder schreiben. Dann müsst ihr diese Festplatte mit Truecrypt mounten. Dazu schließt ihr die Festplatte an und geht dann folgende Schritt durch. VORSICHT: Windows kann mit der verschlüsselten Festplatte nichts anfangen und fragt euch ob die Festplatte formatiert werden soll. Geht hier unbedingt auf Abbrechen.

    1. Wenn wir Truecrypt geöffnet haben. Wählen wir einen freien Laufwerksbuchstaben aus. Ich nehme hier im Beispiel “X“. Dann klicken wir auf “Select Device” und wählen die Festplatte aus. In meinem Fall ist es wieder der 4GB USB Stick. Am Ende gehen wir dann auf “Mount“.
      truecrypt_5
    2. Jetzt werdet ihr nach dem Passwort gefragt, mit dem eure Festplatte verschlüsselt ist. Gebt es ein und schon habt ihr die Festplatte gemountet. Ihr könnt jetzt ganz normal auf die Festplatte zugreifen und schreiben. Wenn ihr fertig seid, klickt ihr in Truecrypt auf “Dismount“.
      truecrypt_6

    Ihr seht, mit ein paar wenigen Schritten kann man für viel Sicherheit sorgen. Die Schritte schauen erst nach viel aus, aber wenn ihr es 1-2 mal gemacht habt, ist es ganz simple. Das Verschlüsseln müsst ihr im Prinzip auch nur einmal machen. Nur das Mounten braucht ihr öfters. In kürze schreibe ich noch etwas über die Komplett-Systemverschlüsselung. Falls ihr noch Fragen habt, stellt sie einfach in den Kommentaren.  ;-)

  2. Mehrere .mp3 Dateien zusammenfügen

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    Heute war ich auf der Suche nach einem Programm, dass aus mehreren .mp3 Dateien eine einzige .mp3 Datei macht. In meinem Fall, handelte es sich um ein Hörbuch. Das Hörbuch bestand aus ca. 20 einzelnen Dateien. Ich wollte aber nur eine einzige. Die Lösung ist ganz einfach. Man braucht kein Programm installieren. Eine einfach .bat Datei reicht aus. Hier die Anleitung.

    1. Als erstes erstellt man eine Textdatei (.txt) in dem Ordner, in dem auch die .mp3 Dateien liegen
    2. Die Textdatei öffnen wir nun mit einem Texteditor und tragen folgenden Code ein:
      copy /b *.mp3 NAME.mp3

      Wobei “NAME” mit eurem gewünschten Dateinamen für die neue Datei ersetzt werden sollte. Danach speichert man die Datei.

    3. Jetzt muss die Dateiendung geändert werden. Das “.txt” entfernt man und ändert es in “.bat“. Jetzt ist die Datei ausführbar.
    4. Führt die .bat Datei aus. Die .mp3s werden nun der Reihe nach abgearbeitet. Die Verarbeitung erfolg in aufsteigender Reihenfolge. Das heißt, ihr solltet die Dateien vorher ordentlich benennen z.b. (01 Intro, 02 XX, 03 Ende). Das war es schon!

    screenshot_mp3s_bat

  3. Virtualbox SSH Zugriff

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    Heute erkläre ich euch, wie ihr auf ein virtuelles System per SSH zugreifen könnt ohne die Standard Netzwerkkonfiguration großartig zu ändern. Als Testsystem benutzte ich ein Debian System, dass per Virtualbox läuft.

    1. Als erstes stellen wir die Netzwerkeinstellung unserer virtuellen Maschine etwas um. Dazu machen wir einen Rechtsklick auf den Name der Maschine und klicken auf “Ändern” und wählen links “Netzwerk” aus.virtualbox_netzwerkeinstellungenDer Netzwerkadapter muss aktiviert sein und bei “Angeschlossen an” muss “NAT” ausgewählt sein. Bei “Erweitert” wählen wir unter “Adaptertyp” die Option “PCnet Fast III” aus. Alle anderen Einstellungen sollten automatisch stimmen.
    2. Als nächstes müssen wir im Hauptsystem (bei mir Windows 7) ein paar Änderungen vornehmen. Wir öffnen eine Eingabeaufforderung (Start -> Ausführen -> cmd) und wechseln mit diesem Befehl  in das Virtualbox Verzeichnis.
      cd c:\Program Files\Oracle\VirtualBox
    3. Dann geben wir folgende Befehle ein. “Debian Tidus” ist der Name meiner Testmaschine, den müsst ihr mit dem Namen eurer virtuellen Maschine ersetzen!
      VBoxManage.exe setextradata "Debian Tidus" "VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/ssh/HostPort" 2222
      VBoxManage.exe setextradata "Debian Tidus" "VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/ssh/GuestPort" 22
      VBoxManage.exe setextradata "Debian Tidus" "VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/ssh/Protocol" TCP
    4. Wenn alles funktioniert hat, könnt ihr eure virtuelle Maschine nun starten und per SSH mit z.B. Putty auf das System zugreifen. Der Port ist jetzt “2222” und die IP-Adresse bleibt immer bei “127.0.0.1“. Viel Spaß!virtualbox_putty
  4. Kiosksystem auf dem Raspberry

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    raspberry_pi_kiosksystemHeute erkläre ich euch kurz, wie ihr mit dem Raspberry Pi innerhalb von 10-15 Minuten ein Kiosksystem erstellt. Der Raspberry startet dann automatisch mit einer grafischen Oberfläche und lädt eine bestimmte Webseite. So kann man relativ einfach z.B. eine Werbewebseite auf einem Monitor anzeigen lassen oder eine Systemüberwachungs-Webseite von Servern. Das gute dran ist, der Raspberry ist klein und braucht nicht viel Strom. Außerdem ist er günstig, bietet aber nahezu alles, was ein normaler Computer auch bietet.

    1. Wir laden das Raspbian (whezzy) Image herunter. Ein System das auf Debian basiert, aber für den Raspberry angepasst wurde.
    2. Wir laden Win32Diskimager herunter. Damit schreiben wir das Image auf eine SD Karte und machen es bootbar.
    3. Wir starten Win32Diskimager und wählen das heruntergeladene Image aus. Als Zielort wählen wir den Laufwerksbuchstaben der SD Karte und klicken auf “Write“. Das Schreiben dauert etwas.
    4. In der Zwischenzeit verkabeln wir den Raspberry. Netzwerkkabel, USB Maus/Tastatur und das HDMI Kabel können schon angeschlossen werden, Wenn die SD Karte fertig ist, stecken wir sie in den Slot  des Raspberry Pi. Als letztes stecken wir dann das Stromkabel ein. Der Raspberry sollte nun booten.
    5. Wir sehen das Start-Config Menü und nehmen folgende Einstellungen vor:
      Expand_rootfs
      Configure_keyboard → Classmate PC → German → Default → No compose key → No
      Change_locale → 'de_DE.UTF-8' wählen UND 'en_GB.UTF-8' deaktivieren. 
      Default:  de_DE.UTF-8
      Memory_split → 32
      Change_timezone → Europe → Berlin
      Ssh  →  enable
      Boot behavior →  no
      Finish → Reboot → yes
    6. Nach dem Reboot loggen wir uns mit dem Benutzername “pi” und dem Passwort “raspberry” ein. Beides kann später noch geändert werden.
    7. Nun nehmen wir die Hauptkonfiguration vor um dem Raspberry zum Kiosk zu machen. Die Zeilen könnt ihr einfach in euer Terminal kopieren. Die Zeilen, die mit einem # Zeichen vorne anfangen, sind Kommentare und dienen nur dem Verständnis.
      # Root werden
      sudo su
       
      # Screensaver aus I, Autostart des Browsers
      # Wir verwenden den Midori Browser 
      cat < < EOF > /etc/xdg/lxsession/LXDE/autostart
      @lxpanel --profile LXDE
      @pcmanfm --desktop --profile LXDE
      @xset s off
      @xset -dpms
      @xset s noblank
      # Ersetzt die URL mit eurer Wunschseite
      @midori -e Fullscreen -a http://www.spin-planet.de/
      EOF
       
      # Screensaver aus II
      cat < < EOF > /root/.xinitrc
      xset s off      # Screensaver nicht aktivieren
      xset -dpms      # Energysparmodus ausschalten
      xset s noblank  # Schwarzen Bildschirm verhindern
      EOF
       
      # Screensaver aus III
      perl -pi -e "s/BLANK_TIME=[0-9]+/BLANK_TIME=0/g" /etc/kbd/config
      perl -pi -e "s/POWERDOWN_TIME=[0-9]+/POWERDOWN_TIME=0/g" /etc/kbd/config
       
      # rc.local anlegen
      cat < < EOF > /etc/rc.local
      #!/bin/sh -e
      
      clear
       
      _IP=$(hostname -I) || true
      if [ "$_IP" ]; then
        printf "My IP address is %s\n" "$_IP"
      fi
       
      su -c "/usr/bin/startx" pi < /dev/tty8 > /dev/tty8 2>&1 &
      exit 0
      EOF
       
      # Passwort setzen wir ändern es hier auf "pi"
      echo "pi:pi" | chpasswd
      echo "root:pi" | chpasswd
       
      # Updates und Reboot
      apt-get update && apt-get -y dist-upgrade 
      && apt-get install x11-xserver-utils && reboot

    Jetzt sind alle Updates installiert und alles ist konfiguriert. Nach dem Reboot sollte euer Raspberry sich dann komplett alleine einloggen und die gewünschte Webseite im Vollbildmodus starten. Wenn ihr den Code oben per Copy & Paste übernehmt und nur euer Passwort und die URL anpasst, habt ihr innerhalb von 10-15 Minuten ein Kisokssystem. Viel Spaß!

    Update: WordPress wandelt die “<<” Zeichen leider falsch um. Vor dem Kopieren bitte die Leerzeichen zwischen den Zeichen entfernen.